Olfs Computer Zoo
DECstation 5000
DEC? Das sind doch die mit VMS
Schon. VMS auf VAXen war lange Zeit die Gelddrucklizenz von DEC. Mit dem Aufkommen der RISC-Prozessoren Anfang der 80er begann man sich aber auch bei DEC nach einer Alternative zum VCISC (Very Complex Instruction Set Computer) umzusehen. Es gab einen Anlauf zu einem eigenen Prozessor (PRISM) der aber zunächst im Sande verlief, aber später die Entwicklung des Alpha beeinflußen sollte. Zunächst entschied man sich Prozessoren der R-Linie von MIPS einzusetzen. Die Maschinen waren von Anfang an dafür ausgelegt unter der DEC Spielart von UNIX - Ultrix - zu operieren, es gibt keine Portierung von VMS.
Die kleine Schwester - DECstation 5000/120
Die DECstation 5000/120
Meine Decstation 5000/120 ist aus der Mitte der Linie. Sowohl zeitlich - kein R2000 mehr und noch keinen R4000 - als auch Leistungsmäßig - es gibt noch die Personal DECstation und die 200er Modelle. Mit dem R3000 Prozessor der mit 20MHz läuft und von einem R3010 Numerikprozessor unterstützt wird leistet die Maschine etwas 30 MIPS. Das ist viel im Vergleich zur Sun-3 Linie, in etwas genausoviel wie eine Sun SPARCstation-1 und wenig im Vergleich mit modernen Workstations mit ihren mehreren hundert MIPS.

Die Maschine ist in eine c.a. 50x40x7cm messenden Blechkiste eingebaut. Neben dem Netzteil befindet sich darin das Logikboard mit drei TURBOchannel Steckplätzen die mit 12,5 MHz getaktet sind, das CPU-Modul (aufrüstbar auf 33MHz oder R4000), zwei Einbauplätze für 3,5" Festplatten und einen von außen zugänglichen Platz für 5.25" Geräte. Ein TURBOchannel Steckplatz ist vom Framebuffer PMAGB-B belegt der seine 1280x1024 Punkte in 256 Farben bei 72Hz auf den 19" Farbschirm wirft.

Ausserdem sind da noch zwei serielle Schnittstellen, der SCSI-2 Anschluß und das Ethernet AUI. Das Workstations eine Konsole auf die serielle legen, wenn keine Tastatur angeklemmt ist, ist ja nichts Neues. Aber wenn die seriellen die Aufschriften 2 und 3 tragen ist die und das Terminal an die mit em>3/em> bezeichnete angeklemmt werden muß ist das definitiv eine DEC Spezialität.
Der große Bruder - DECstation 5000/150
Das Model 150 ist das schnellste Gerät der 100er Line. Ausgestattet mit einem R4000, der mit 50 MHz getaktet wird, ist sie erheblich scheller als die Modelle mit einem R3000 Prozessor. Ihre Leistung wird nur noch vom Modell 260 übertroffen, dem Spitzenmodell der 200 Serie. Dieses verfügt nicht nur über den mit 25 MHz doppelt so schnellen TURBOchannel der 200er, sondern auch über einen R4400 Prozessor, der zu einer erheblichen Leistungssteigerung führt. Bis auf den Prozessor - der als Modul ausgelegt ist - unterscheidet sich das Modell 150 nicht von der 120. Dieser WebServer läuft auf der 5000/150 unter NetBSD.
Um vi zu verlassen, tippen sie <ESC>:q<CR>
Gar nicht so einfach, wo doch die gute LK401 Tastatur zwar Ø und Æ aufweist, aber weit und breit keine ESC-Taste zu finden ist. Ultrix behilft sich solange mit F11, was aber zumindest originell ist. Bei mir wird ESC gnadenlos auf F1 gemappt, das ist zumindest an der richtigen Position.
Die DEC Maus von oben und unten
Auch die Maus ist anders als andere Mäuse. Sie ist mechanisch, hat aber keine Kugel. Statt dessen sind zwei Gummischeiben so aufgehängt das je eine Stelle am Rand auf dem Pad aufliegt um so beim Bewegen der Maus längs der Tangente zu diesem Punkt gedreht wird. Die Scheiben sind so angeordnet, das eine die X- und die andere die Y-Komponente der Bewegung aufnimmt. Darüberhinaus ist die Maus kreisrund.
Und was ist nun dieses ULTRIX?
Schlicht und einfach DECs Portierung vom guten alten BSD 4.2 (mit DEC Erweiterungen natürlich). Bei mir läuft ULTRIX 4.5, die letzte verfügbare Version. Da ich jetzt selber einmal zu oft gegen die Mauer gelaufen bin, werde ich anfangen ULTRIX Tips & Tricks zu sammeln. Originell ist der DEC eigene Windowmanager dxwm, den man statt MOTIF starten kann, dann sehen die Fenster so aus wie auf einer VAX unter VMS.

Alternativ habe ich auf der 120 auch schon OpenBSD installiert, geht prima. Nur auf der 150 läuft es nicht, da muß man sich mit NetBSD behelfen. Da jeweils keine exotische Hardware wie z.B. eine PrestoServe Karte in den Maschinen drinsteckt, wird auch alles unterstützt.