Olfs Computer Zoo
Apple Macintosh
Apple Mac 128k
Hey, da ist ja ein Griff zum Wegschmeißen dran!
Nee, der ist zum Mitnehmen! Wer einem Kompakt-Mac wegschmeißt, muß ein böser Mensch sein. Diese kleinen Geräte haben den Charme der Einfachheit, den Vorteil des Praktischen und den Luxus des Schönen.

Ein Kompakt-Mac - und der 128k war der Urvater dieser Reihe und damit der erste Mac überhaupt - nimmt nicht mehr Stellfäche in Anspruch als ein Telefonbuch - ein amerikanisches natürlich. Dies war eines der Designziele. Und ist selbst das einmal zuviel, zieht man das Stromkabel aus der Dose, nimmt Tastatur und Maus in eine Hand, den Mac in die andere - dabei kommt der Griff zu Einsatz - und stellt ihn woanders hin.

Dieser Mac ist im Laufe der Zeit aufgerüstet worden, daher ziert ihn jetzt in 512k-Logo, aber drin sind 1024k!
Und wenn man ihn nicht in die Ecke stellt?
Mac mit externem 800k Laufwerk
Der 9" Bildschirm (1-Bit pro Pixel, also schwarz oder weiß) reicht mit seinen 512x348 Punkten gerade aus um die Menüleiste und ein "großes" Fenster darzustellen, in dem man dann arbeiten kann. Aber man kommt in den Genuß verschiedener Zeichensätze und kann Malen und Zeichnen.

Mein Mac läuft am liebsten under MacOS 6.7. Das geht zusammen mit MacWrite und MacDraw auf eine 800k Diskette und mit einem ganzen Megabyte RAM läßt es sich komfortabel Arbeiten. Die Daten speichert man auf das zweite - externe - Diskettenlaufwerk. Derlei Luxus wäre im Orginalzustand des Gerätes undenkbar. Bei der Auslieferung besaß er ein internes 400k Laufwerk (einseitig, 3,5") und 128 Kilobyte(!) Arbeitsspeicher. Damit verbringt man zwei drittel seiner Zeit beim Diskettenwechseln. Der Vorbesitzer hat sich ein Herz genommen, die Floppy ausgetauscht, eine zweite dazugekauft, das ROM getauscht damit die Maschine was mit den doppelseitigen Floppies anfangen kann und den Lötkolben geschwungen um RAM einzulöten.
Und was ist nun so toll?
Die einfache und intuitive Bedienung sowohl von Hard- als auch der Software. Ein Programm läuft zur Zeit, die Maus hat nur einen Knopf, der Rechner nur einen Schalter - da kann man nicht viel falsch machen.
Und der Rest der Welt...
... sollte eine serielle Schnitstelle haben. Mit denen machte der Mac alles. Außer den Anschlüßen für Maus, Tastatur und externem Diskettelaufwerk verfügt der Mac über zwei serielle Schnittstellen nach RS-422 Standard, an die man aber auch RS-232 kompatibles anschließen kann.

Damit wird alles gamacht. Drucken, Modem, Netzwerk ... anders geht es auch nicht, da das Gerät keine Erweiterungssteckplätze besitzt. Für den unbedarften Anwender ist es nichtmal zu öffnen, dafür benötigt man einen "MacOpener". Das führt zu so abenteuerlichen Konstruktionen wie der HD20, einer Festplatte die statt einer Floppy an den Anschluß für das externe Laufwerk gestöpselt werden kann. Entsprechend ist der Geschwindigkeitrausch :-)
Powerbook 180
On the Road again...
Powerbook 180
... tut man gut darin sein Powerbook 180 mitzunehmen. Und auch wenn das Power im Namen führt wird es doch nicht von einem PowerPC angetrieben sondern von einem guten alten MC68030 mit 33MHz. Mit einem Gewicht von etwa drei Kilo liegt das Gerät auch heute noch im Gewichtsbereich für Notebooks, na gut an der oberen Grenze.
Der Ball ist rund!
Der full-size Trackball hebt sich wohltuend von den modernen Touchpads und Gummipröppeln ab und beitet einen hervorragenden Mausersatz. Ich hatte mir extra eine Maus besorgt, habe sie aber nie eingestöpselt. Der Einbau des Trackpads ist möglich weil das Gerät recht hoch ist, immerhin muß ja die ganze Kugel ins Gerät passen - eine Hälfte unten, die andere oben. Ober- und unterhalb des Trackballs sind die beiden Maustasten angeordnet, die jedoch beide dieselbe Funktion erfüllen, der Mac maust ja bekanntlich eintastig. Aber so kann man die für die persönliche Handhaltung günstigere Taste benutzen. Den Mauszeiger schiebt man über ein LCD mit 640x480 Punkten die hintergrundbeleuchtet vier Graustufen darstellen können. Die Tastatur ist angenehm zu bedienen und hat - auch durch die relative Dicke des Geräts möglich - einen ordentlichen Tastenhub.
Lustige Steckspiele
Rückseite mit Schnittstellen
Erweiterungsmäßig ist das Powerbook ein echter Apple. Schwierig bis exotisch. Es gibt einen internen Steckplatz für ein Modem, das ich auch besitze, aber irgendwie läuft es nicht. Ansonsten die üblichen Verdächtigen: ADB für Maus und Tastatur, ein recht exotischer Stecker für einen externen Monitor und zwei serielle für Drucker und Modem. Kein Infrarot, kein PCMCIA und leider auch kein Ethernet. Zum Trost gibts eine SCSI Buchse, allerdings im besonderen platzsparenden HDI Format. Zum Datentausch hat Apple ein Diskettenlaufwerk spendiert - natürlich mit motorischem Auswurf wie es sich für einen Mac gehört.
Schwache Scharniere
Dieses spezielle Powerbook leidet an einer weit verbreiteten Krankheit. Die recht kräftigen Haltefedern des Deckels sorgen dafür, das die Befestigungsbuchsen, die lediglich eingepresst sind irgendwann ausbrechen. Das kann man eventuell einmal mit Hießkleber reparieren, aber beim meinem Exemplar war das bereits geschehen, und so mußte ich zu radikaleren Methoden greifen. Man bohre rechts und links zwei Löcher in den Deckel, und schon kann man zwei passend ausgesuchte Schrauben benutzen um ihn an der Klappmechanik stabil zu befestigen. Die Methode ist vielleicht nicht die ästhetisch befriedignste, hat aber den Vorteil schnell und einfach zum Erfolg zu führen.