Olfs Computer Zoo
Das Netzwerk
Es war einmal vor langer, langer Zeit...
Damals bevor es Twisted-Pair Ethernet (10Base-TX) und Cheapernet (Thinwire also 10Base-2) gab hatte man richtiges Ethernet oder Thickwire (10Base-5) - besser bekannt unter dem Namen Yellow-Cable.
Yellowcable mit Transceiver
Yellow-Cable heißt es nach der hübschen Farbe des fingerdicken Koaxkabels das als Medium dient. Es handet sich wirklich nur um ein Kabel pro Netzwerksegemnt, das an der Wand lang oder im Flur verlegt wird. Auf diesem Kabel sitzen die Transceiver die über das Drop-Cable mit dem AUI-Anschluß jedes Computers verbunden sind. Der AUI-Port ist die 15-polige Sub-D Buchse die immer seltener an Rechnern mit Netzwerkanschluß zu finden ist, und das Drop-Cable nix weiter als ein gewöhnliches 15-adriges Kabel das von dort zu einem AUI-Anschluß am Transceiver führt. Der Transceiver stellt dann die Verbindung zum Netzwerk-Medium (also dem Kabel) her, und wird deshalb auch als Media-Attachment-Unit (MAU) bezeichnet.
Immer an der Wand lang
Mein Vierport Transceiver im Einsatz
Die Drop-Cable dürfen dabei einige Meter an Länge erreichen, was ja auch notwendig ist, wenn man bedenkt das es von Kabel an der Wand bis zum Arbeitsplatz schon ein Stück sein kann. Stehen mehrere Rechner zusammen kann man statt drei oder vier Transceiver zu verwenden einen Mulitport Transceiver wie den nebenan zu sehenden Vierport verwenden. Multiport-Transceiver unterscheiden sich dann weiter noch dadurch ob für jeden Port ein eigener Transceiverchip zur Verfügung steht oder ob sich zwei oder mehr Ports einen teilen müssen.

Damit man das Kabel nicht beim Hinzufügen eines Transceivers für eine neue Station auftrennen muß, wie das bei Cheapernet der Fall ist, werden die Transceiver mit Hilfe von Vampir-Adaptern mit dem Kabel verbunden. Diese sind allerdings zahnloser als der Name andeutet. Der Dorn, der durch die Isolierschicht zur Seele des Kabel fährt beißt sich mitnichten von selbst durch, vielmehr muß man mit einem Spezialwerkzeug ein kleines Loch vorbohren, in das er dann versenkt wird um Daten zu saugen.
Insgesamt ein sehr durchdachtes und Betriebssicheres Konzept, das erst mit der modernen strukturierten Verkabelung wieder erreicht wird. Leider ist auf dem gelben Kabel bei 10MBit/s Schluß, so daß es über kurz oder lang aus den letzten Produktionsumgebungen verschwinden wird.